Bikes of the Mayans M.C.

Die Bikes des Mayans M.C.

HOG® sieht hinter die Kulissen des TV-Serienhits, um mehr über die Bikes aus dieser Serie herauszufinden

Geschichte von Mike Zimmermann
Fotos von Scott G Toepfer

Ich bin mit H.O.G.® Mitgliedern gefahren und seit 2005 selbst Mitglied. Ihr seid eine gute Gruppe von Menschen, Mann. Kein zweifel.“

Es ist vier Jahre nach dem Tod von Jax Teller, dem selbsternannten Kronprinzen des Sons of Anarchy Motorcycle Club (M.C.). Der Ort: das fiktive Grenzstädtchen Santo Padre hunderte von Meilen südlich von Charming, Kalifornien.

Die Story begleitet Ezekiel ‘EZ’ Reyes (J.D. Pardo), dessen Streben nach Erfüllung des American Dream entgleiste, als seine Familie einen tödlichen Zusammenstoß mit den berüchtigten Drogenkartellen hatte. Jetzt ist er Prospect beim Mayans M.C., den Erzrivalen der Sons of Anarchy in der Original-Serie.

Einige Namen und Gesichter sind den Fans von Sons of Anarchy (SOA) sicher bekannt. Die Serie endete 2014 nach sieben Blockbuster-Staffeln mit einem ‚Kracher‘. Kurt Sutter ist wieder die treibende Kraft, zusammen mit dem Miturheber und Drehbuchautor Elgin James. Wie in SOA fühlt sich die Kultur authentisch an, es wird real Motorrad gefahren, und die Motorräder spielen eine wichtige Rolle in der Serie.

Dies ist die Geschichte der Bikes, erzählt von einem der Stars der Serie.

Der Local Antihero
Emilio Rivera ist für Fans von SOA ein bekanntes Gesicht. Rivera spielt nicht nur wieder die Rolle des Marcus Álvarez – jetzt National President des Mayans M.C. – er war auch mit beteiligt am Look der Bikes in der Serie.

„Kurt rief mich an und fragte, ob ich Interesse hätte, bei den Bikes mitzuhelfen“, sagte Rivera in einem Exklusiv-Interview mit HOG® Magazin. „Zwei der Bikes aus Sons of Anarchy, die ich gefahren hatte, mit solchen Bikes fahren wir [im echten Leben]. Er fragte mich also, ob wir diesen Stil hinkriegen könnten, und das haben wir dann gemacht. Die Farbkombinationen waren anders als die bei meinen Bikes, aber sie sahen echt gut aus.“

Der Stil, von dem wir reden, ist charakteristisch für die Latino Custom-Kultur in Südkalifornien. Hier sind Custom-Schlitten und Motorräder Ausdruck der Persönlichkeit ihrer Besitzer und ihrer Lebenswelt.

„Die Bikes sind eine Erweiterung deiner selbst, verstehst du?“, sagt Rivera. „Wie die verschiedenen Lackierungen bei den Low-Rider-Autos usw., so übertragen wir das auf die Bikes. Je mehr Chrom, desto besser, die dicken Lenker. Wir wollen einen coolen Look, verstehst du?“

Einen Look, der Aufmerksamkeit erregt.

„Viele von uns fahren mit nach oben gedrehtem Fishtail-Auspuff. Die sehen cool aus und klingen cool“, sagt er. „Das ist Retro, und der Sound ist echt gut, Mann. Jemand fährt an dir vorbei, und du erkennst, wer er ist, nur am Sound seines Bikes.“

Frühe Inspiration
Für Rivera ging das Motorradfahren mit Minibikes los, als er ein Kind war, in einer Zeit, als für ihn und seine Freunde der vielleicht ungeheuerlichste Draufgänger und Selbstdarsteller aller Zeiten das Vorbild war.

„Damals, in den frühen 1970er Jahren, war Evel Knievel der Mann, und wir versuchten Sprünge über alles, was uns in den Weg kam“, erinnert er sich lachend. „Wir begannen auf Feldwegen, und Verkehrsstaus gab es damals noch keine. Wir haben Tolles erlebt. Ein paar verrückte Stürze waren dabei, aber letztendlich hatten wir viel Spaß.“

Radikaler Komfort
Zu dem Bike, das er in der neuen Serie fahren sollte – dem Motorrad, das seine Filmgestalt mit prägen würde – ließ sich Rivera nicht von seinen Motorrädern, sondern von einem seiner Autos inspirieren.

„Ich sagte, wir müssen uns das mal überlegen, Mann“, erinnert sich Rivera. „Ich besitze einen 1948er Chevy in zweifarbiger Grünlackierung. Grün war schon immer meine Farbe. Das war cool, denn die Farbe der Mayans ist grün. Wir lackierten also das Bike wie die obere Hälfte meines Chevy 1948, und das war mein Ausgangspunkt.

„Ich wolle es aber auch bequem, also musste es eine Road King® sein. Wenn du lange unterwegs bist, willst du es bequem haben, und du brauchst ein paar Satteltaschen für dein Zeug an den Seiten.“

Schwergewichtige Favoriten
Für Rivera ist sein zweitliebstes Bike in der Serie nach der Road King® eines, das einen ganz anderen stilistischen Ansatz verkörpert. Es ist die Softail® Deluxe Modell 2017, die die Hauptgestalt, also EZ, fährt.

„Sie ist einfach und ganz Old School schwarz“, sagt er. „Keine Ape Hanger und auch keine Fishtails. Da ist nichts allzu Verrücktes dran. Ich mag ganz einfach diesen Old School-Look, Mann, verstehst Du, was ich meine? Das ist mein liebster Look.“

Ein anderer Favorit – weil er so gut zum Fahrer passte – war die Breakout® Modell 2017, die die Seriengestalt Obispo ‚Bishop‘ Losa fährt.

„Sie wurde für ihn personalisiert. Sie vergrößerten den Lenkkopfwinkel etwas und machten einen Baby-Ape-Lenker dran“, erklärt er. „Es ist ein schnelles Bike, und es wurde für ihn aufgemotzt. Er ist schließlich ein Kerl, Mann. Er ist zäh. Er ist immer in Fahrt. Go, go, go. Er heißt Michael Irby, und wir nennen ihn ‚Herbs and Spice‘, weil er so scharfzüngig ist. Und das Bike passt zu seiner Persönlichkeit. Es ist perfekt, Bro, weißt du, was ich meine?“

Nicht deines Vaters ‚Söhne‘
Trotz allem, was Bikern und Zuschauern gewohnt vorkommen wird, stellt Rivera ganz schnell klar, ist Mayans M.C. eine ganz anders angelegte Serie als Sons of Anarchy.

„Das einzig Gemeinsame ist, dass es Biker-Serien sind“, sagt er. „Ansonsten ist dies ganz was anderes, 180 Grad, Mann. Sons steht hier und wir genau da drüben, verstehst du? Andere Gestalten, andere Handlung. Du brauchst dir nicht erst Sons anzuschauen, um zu verstehen, was in Mayans abgeht.“

Die Serie wirkt für den Zuschauer echt, weil sie für die Darsteller echt ist.

„Wenn es heißt "Action!", und du aufs Bike steigst, wirst du automatisch der, den du darstellst. Verstehst du, was ich meine? Auch wenn es nur für 10, 12 oder 14 Stunden ist. Und wenn es heißt „Schnitt!“, hängst du die Rolle an den Nagel und gehst wieder heim. Aber für die 10 Stunden-oder wie lange auch immer-bist du dieser knallharte Typ, Mann. Ich will jetzt nicht sagen, das Bike macht dich zu diesem Typen, aber du fühlst es. Du fühlst die Power unter dir, du hörst den Lärm, und du fühlst die Brüderlichkeit zwischen uns, Mann. Es ist sowas von schön!“

Es wird Blut fließen
Auf die zweite Staffel angesprochen empfiehlt Rivers nur, sich auf mehr von der Kost gefasst zu machen, die die erste Staffel geprägt hat.

„Wer die erste Staffel gut fand, sollte bedenken, dass das nur die Fundamente waren“, sagt er. „Abwarten, was jetzt noch kommt. Es wird schön, Mann – schön hässlich. Und blutig. Aber so ist das bei Kurt Sutter, verstehst du, was ich meine?"